Bohnen für mein Baby? Beikostempfehlungen aus verschiedenen Ländern

Beikosteinführung angelehnt an verschiedene Länder der Welt

Vor einiger Zeit habe ich bei Instagram Nora alias GiftedGirl kennengelernt, die mich mit ihren täglichen Babybrei-Fotos auf Instagram schwer begeistert hat. Wie schon auf dem Titelbild ersichtlich war ihr Speiseplan von Anfang an kunterbunt und bei der Beikosteinführung hat sie sich an den verschiedenen Beikostempfehlungen rund um die Welt orientiert. Daher freue ich mich sehr, dass ich sie zu einem Gastbeitrag über ihre Erfahrungen überreden konnte.

Beikost - ein schwieriges Thema: Was, wann, wieviel? Brei oder baby leed weaning? Gläschen oder selber kochen? Welches Gemüse, Obst und Fleisch? Oder am Besten doch bio, vegetarisch, vegan? Fertige Milch-Getreide-Breie oder Getreideflocken?

Fragen, die ich mir das erste Mal gestellt habe, als der Kinderarzt bei der U4 und kurz darauf die Leitung im Pekip-Kurs auf einen baldigen Beikoststart gedrängt haben. Da der Start unserer Stillbeziehung recht holperig war und ich gelesen hatte, dass Voll-Stillen für die ersten 6 Lebensmonate empfohlen wurde, war ich verunsichert. Was denn nun?

Also wurde erst einmal weiter gestillt und ich begann zu lesen. Da ich gute Freunde in Spanien habe und beim letzten Baby dort den Beikoststart auch live miterleben durfte, wusste ich, dass da viel mehr geht als die typisch deutsche Karotte. Nach einem guten Dutzend offizieller Beikostempfehlungen aus verschiedenen Ländern war ich nicht wesentlich schlauer.

Was also habe ich gelernt: EIN typisches Vorgehen gibt es nicht. Die Zutaten sind stark von den länder-spezifischen Verfügbarkeiten und Vorlieben geprägt.

Deshalb bin ich meinem angelesenem Wissen und mütterlichem Instinkt gefolgt und habe viel ausprobiert. Das hieß für uns: den Löffel frisch-gepressten Orangensaft, als erstes „Essen“ wie in Spanien, werden wir geflissentlich ignorieren. Aber wir werden nicht, wie teilweise in Deutschland empfohlen, ausschließlich Karotte füttern bis der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei vollständig eingeführt ist.

Ja, ganz klassisch sind auch wir mit Karotte gestartet, aber auch recht schnell auf Kürbis und Pastinake gewechselt. Und dann gab es bei uns direkt Avocado, Porree, Bohnen und Erbsen. Linsen, Kichererbsen und Rotkohl standen dann auf dem Speiseplan, genauso wie wenig später auch Zwiebeln und Knoblauch, Rosmarin, Minze, Dill und Basilikum.

Das mag erst einmal ungesund für kleinen Bäuchlein klingen, denn Bohnen, Erbsen, Lauch und Zwiebeln sind ja eher als blähende Gemüse bekannt. Aber da wir mit der Verdauung nie Probleme hatten und auch immer noch unter dem „Schutz“ der Muttermilch waren, habe ich mich dazu entschlossen, eine möglichst vielfältige Beikost anzubieten. Das hat für uns auch bestens geklappt.

Erbsen, Bohnen und ähnliche Gemüse wurden nach dem Pürieren einfach noch durch ein Sieb gestrichen. So wurden kleine Häutchen zurückzuhalten, die im Magen und Darm vielleicht zu unangenehmen Nebenwirkungen führen könnten.

Insgesamt hat das Baby hier also einen sehr bunten Speiseplan: rot-stieliger Mangold, lila Süßkartoffeln, gelbe Möhren und weißer Kohlrabi landen genauso auf dem Löffelchen wie Hirse, Romanesko, orange und rote Paprika sowie Blumenkohl. Und bis jetzt wurde alles gegessen - ohne Bäuchlein-Probleme!

Kunterbunter Babybrei

Ich habe für mich als Mama gemerkt, dass beim Thema Beikost so viel mehr möglich ist als vielleicht anfangs gedacht und man vor allem auf das eigene Bauchgefühl vertrauen soll. Die Empfehlungen zur Beikost des Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund sind eine gute Grundlage, wenn man selbst kochen möchte. Und der Rest ergibt sich aus dem Angebot des Wochenmarktes oder Gartens, aus Experimentierfreude der Eltern und den zahlreichen Rezepten die man nachlesen und dann nach eigenem Gutdünken entweder ignorieren oder nachkochen kann.

Viel Spaß beim Kochen, Füttern, Essen und Ausprobieren!

Noras Rezept-Tipp: Bohnenbrei mit Lamm für das Baby

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